
Veganismus - Speziesismus - Karnismus
Veganismus
Veganismus ist ein moralisches Grundprinzip und die tiefe Überzeugung, dass alle Tiere Individuen* mit Gefühlen und Bedürfnissen sind und ein Recht auf ein leidfreies, selbstbestimmtes Leben haben, frei von Kontrolle und Ausbeutung.
*Keine Dinge, Produkte, Produktionsmittel oder Besitzgüter
Karnismus
Karnismus ist eine Wahrnehmungsverzerrung, durch die sogenannte Nutztiere als Dinge und nicht als Individuen wahrgenommen werden.
Es ist eine gewaltvolle Ideologie, die Menschen dazu veranlasst, ihr Mitgefühl „auszuschalten“ und an inhumanen Praktiken teilzuhaben, ohne zu realisieren, was sie tun.
Speziesimus
Kurzdefinition:
Speziesismus ist die Diskriminierung von nicht-menschlichen Tieren aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.
Definition mit Ausbeutungsbereichen:
Speziesismus ist die Diskriminierung von nicht-menschlichen Tieren aufgrund ihrer Artzugehörigkeit und ihre Ausbeutung als Nahrung, Forschungsobjekte, Bekleidungsmaterialien, Spielzeug, Ausstellungsstück oder Dünger.
Unsere Blogbeiträge zum Thema Speziesismus.
Texte zum Thema Speziesismus
Speziesismus in Düsseldorf beim Chefs-In-Town Festival
Beim Lesen des Programms für 2026 des Chefs-In-Town Festival sind wir auf den „Sautanz“ am 26.9. gestoßen. Das Event und die Überschrift „Max Stiegl bringt die Sau zum Tanzen“ haben uns sehr irritiert. Der Begriff „Sautanz“ und der Eventtitel "Max Stiegl bringt die Sau zum Tanzen" sind aus unserer Sicht Ausdruck des in unserer Gesellschaft verbreiteten Speziesismus.
Wir erzählen hier die Geschichte von Tina. Tina soll für den "Sautanz" gemästet und getötet werden. Wir geben in der Erzählung einen Einblick in das kurze Leben von Tina, in der Hoffnung so Empathie für die Schweine zu erzeugen. In der Hoffnung, dass die Leser:innen Schweine als Individuen sehen und nicht mehr als anonyme Lieferant:innen für Fleisch. Verwendet diese Geschichte gerne weiter. Referenziert uns dabei bitte als Autor:innen.
Tinas Geschichte - die Vorgeschichte des "Sautanzes"
Tina ist heute etwa vier Monate alt. Mit nur sechs Monaten wird sie für den „Sautanz“ getötet werden. Tina hatte bisher kein schönes Leben. Sie kam in einem Abferkelstand zur Welt – gemeinsam mit 15 Geschwistern. Ihre Mutter war in einem Metallkäfig eingesperrt und konnte sich kaum bewegen. Sie konnte sich nicht frei um ihre Kinder kümmern und lag auf einem harten Betonspaltenboden in ihren eigenen Exkrementen. Dabei sind Schweine von Natur aus sehr reinliche Tiere. Für Tina war das ihre ganze Welt. Kein gemütliches Nest. Keine unbeschwerten Rennen mit ihren Geschwistern. Und doch spürte sie die Wärme und Nähe ihrer Mutter. Vier ihrer Geschwister schafften es nicht. Sie waren zu schwach, um ausreichend zu trinken. Lethargisch lagen sie auf dem Spaltenboden, bis sie sich schließlich nicht mehr bewegten. Niemand kümmerte sich um sie. Irgendwann kamen Menschen und nahmen ihre leblosen Körper mit. Wenig später kamen die Menschen zurück und hoben Tina hoch. Sie wurde in einen Apparat gezwungen. Ihr wurde schummrig. Als sie wieder zu sich kam, spürte sie einen stechenden Schmerz an ihrem Hinterleib. Ihr Ringelschwanz war verschwunden. Stattdessen hatte sie eine blutende, schmerzende Wunde. Anschließend wurden ihre Zähne abgeschliffen. Wenige Tage später kamen die Menschen wieder. Sie nahmen alle Kinder mit und trennten sie von ihrer Mutter. Tina sah noch den traurigen Blick ihrer Mutter. Verängstigt rief sie nach ihr – doch sie würde sie nie wiedersehen. Mit einem Transporter wurde Tina in eine Ferkelaufzuchtanlage gebracht. Dort wurde sie von ihren Geschwistern getrennt und mit vielen fremden Schweinen in einer Bucht untergebracht. Ihr Alltag war trist und eintönig. Sie lag auf einem Betonspaltenboden und hatte kaum Beschäftigung. Sie konnte weder im Boden wühlen noch sich im Schlamm suhlen. Sie konnte nicht frei rennen und die Welt entdecken. Statt Sonnenlicht gab es nur dämmriges künstliches Licht. Die Luft war von Gülle und Ammoniak geprägt. Viele Schweine waren krank und erhielten Antibiotika. Wem diese nicht halfen, der verschwand. Nach wenigen Wochen wurde Tina erneut in einen Transporter getrieben. An einem heißen Tag mit Temperaturen von über 30 Grad wurde sie zusammen mit ihren Leidensgenoss:innen in eine 500 Kilometer entfernte Mastanlage transportiert. Enge. Hitze. Angst. Zum ersten Mal nahm Tina bewusst das Tageslicht wahr. In der Mastanlage setzte sich die Tristesse fort. Tina hatte in ihrer Bucht nur 0,75 Quadratmeter Platz – etwa die Fläche eines Schultisches. Sie wuchs und wuchs. Heute wiegt sie bereits 80 Kilogramm. Ihr Alltag besteht aus Essen, Stehen und Liegen auf dem Betonspaltenboden. Sie hat aufgegeben. Sie kann nicht mehr. Sie lebt irgendwie – und doch ist sie innerlich gebrochen. In wenigen Tagen wird sie erneut transportiert - zum letzten Mal. Tina wird wissen, das etwas nicht stimmt. Sie ist schlau, sie sieht und riecht die Angst und das Blut der anderen Schweine und wird ihre Unruhe wahrnehmen. Sie wird furchtbare Angst haben. Sie wird sich weigern weiterzugehen. Doch die Schlachter werden Tina mit Elektroschocks weitertreiben. Sie wird zusammen mit anderen Schweinen in einer Gondel in eine CO2 Atmosphäre gefahren, um sie zu "betäuben". Das Gas wird in ihren Augen brennen. Alle werden in Panik versuchen zu fliehen. Doch es gibt keinen Ausweg. Wenn sie Glück hat, wird sie wirklich nach vielleicht 30 Sekunden panischen Kampfes bewusstlos, um nicht bei vollem Bewusstsein aufgeschlitzt und ausgeblutet zu werden. Das ist Tinas Geschichte. Und das ist die Vorgeschichte des „Sautanzes“. Diese Geschichte wiederholt sich jedes Jahr rund 40 Millionen Mal – allein in Deutschland.






